KdiH

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44.14.1. Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.4º 8

Bearbeitet von Christine Stöllinger-Löser

KdiH-Band 6

Datierung:

1464.

Lokalisierung:

Ostschwaben.

Besitzgeschichte:

Der Schreiber Johannes K. von Bopfingen könnte Johannes Kubach sein, der 1477 als Kartäuser in Güterstein stirbt (vgl. Schnell [1984] S. 171 f.). Die Handschrift war ursprünglich im Besitz der Gräfin Agnes von Werdenberg-Trochtelfingen († wohl 1474), danach im Besitz ihrer Tochter aus erster Ehe, Gräfin Magdalene von Oettingen (1424–1502), die seit 1438 Nonne und 1446–1496 Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Kirchheim am Ries war. Besitzeintrag im Vorderdeckel: Daz buch gehort gen Kyrchen zü gebruch S. Madalenen von Ottingen eptysin daselbs und ist fraw Agneßen von Werdenberg gewesen ir mütter selg. 404v von gleicher Hand: Kyrchen. Im Vorderdeckel Bleistiftsignatur K[irchheim] 252. Nach der Auflösung des Klosters 1803 im Zuge der Säkularisation kam die Handschrift in die Oettingen-Wallerstein’sche Sammlung (Inventarisierung 1830/31), von dort 1980 durch deren Verkauf an den Freistaat Bayern nach Augsburg.

Inhalt: Sammlung geistlich-erbaulicher Traktate und zahlreicher Kurztexte, Spruch- und Dictasammlungen, geistliche Lehren, Allegorien und Exempel, mystische Texte, Gebete (vgl. Schnell [1984]; Schneider [1988])
Darin (u. a.):
1r–135r Thomas Peuntner, ›Büchlein der Liebhabung Gottes‹ (vgl. oben Stoffgruppe 44.5.)
136r–141r ›Geistlicher Fastnachtkrapfen‹
142r–168r Johannes Nider, ›Predigt von dreierlei Eheleuten‹
168v–179v Johannes Nider, ›Geistlicher Brief‹
194v–197v Exzerpte aus David von Augsburg, ›Novizentraktat‹
197v–202r Spruch- und Dictasammlung vom Schweigen
202r–206v Von den vier Kardinaltugenden
206v–208v Die Seele als Stadt, Allegorie
208v–210v ›Baumgarten geistlicher Herzen‹, Kap. 67
210v Priamel
210v–212r Vom geistlichen Kloster
212r–216r Spruch- und Dictasammlung
236v–242r Mechthild von Magdeburg, ›Das fließende Licht der Gottheit‹ (Exzerpte)
254v–301v Konrad Kügelin, ›Leben der Elsbeth Achler von Reute‹
310r–332v ›Christus und die sieben Laden‹
353r–403v Geistliches Gespräch zwischen einer Fürstin und einer Krämerin von einem Rosenkranz aus Edelsteinen (›Gütersteiner Gesprächsbüchlein‹)
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, I + 404 Blätter, 202–205 × 139 mm, einspaltig, zwölf bis 22 Zeilen, Bastarda durchgehend von der Hand des Johannes K. von Bopfingen (Kolophon 135r: per me Johannem K. Anno etc. LXIIIIº), Rubrizierungen.

Schreibsprache:

ostschwäbisch, stark bairisch gefärbt.

II. Bildausstattung:

Zahlreiche Fleuronnée-Initialen in Rot, Grün, Gelb und Braun, häufig mit Blattranken in Deckfarben am Rand (1r, 124v, 142r, 168v, 179v, 194v, 197v, 202r, 206v, 242r, 244r, 302r, 310r, 333r, 353r), gelegentlich mit Blüten und integrierten Drolerien: Vögel (179v, 194v, 202r), Drachen (186v, 202r), Schlange (243r), Menschen- und Tierköpfe, davon einige mit herausgestreckter Zunge (186v, 194v, 208v, 243r, 302r, 333r), Vollfiguren (Frau mit Reichsapfel 186v, Männerfigur 197v, Mönch [?] 208v, Kaufmann 310r [ca. 105 × 25 mm, Dreiviertelansicht, in braunem Rock, grünem Kragen, engen grünen Hosen, spitzen Schuhen, Kräuselhaar, mit Spruchband: chauffman], Blumenkrüge 208v, 301v). Zumindest im Fall der Kaufmannsfigur wird ein assoziativer Bezug zum folgenden Text hergestellt (Christus als Kaufmann, bezogen auf den Text ›Christus und die sieben Laden‹, vgl. Stoffgruppe 24. [dort ohne diese Handschrift]). Einfache, naive, jedoch nicht ungeschickte Zeichnung der Figuren mit phantasievoller Ausgestaltung der Drolerien.

Farben:

Rot, Grün, Hellbraun, Gelb, Schwarz, Blau.

Literatur:

Grupp (1897) Nr. 707; Schneider (1988) S. 264–271. – Schmidt (1896) S. 74–79; Schnell (1984) S. 165–173; Abel (2011) S. 50, 81 f.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 44.20: 202r. Von den vier Kardinaltugenden: D-Initiale, Ranken mit Drolerie (Drache).

Abb. 44.21: 310r. ›Christus und die sieben Laden‹: Kaufmannsfigur, Rankendekor.

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Abb. 44.20.
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Abb. 44.21.