44.11.1. Gießen, Universitätsbibliothek, Hs. 852
Bearbeitet von Peter Schmidt
KdiH-Band 6
1469.
Rheinhessen (?).
Geschrieben von Nicolaus Sutor, möglicherweise identisch mit einem Nicolaus Suter aus der Diözese Mainz, der 1452 die niederen Weihen empfing (
| 1. | 1v–20r | Kalender mit Erläuterungen (lat.) |
| 2. | 22r–90r | Heinrich Seuse, ›Büchlein der ewigen Weisheit‹ |
| 3. | 90v –94v | Berthold von Regensburg, Predigt ›Von den vier Stricken‹ |
| 4. | 96r–135r | ›Die Ritterschaft‹ |
| 5. | 136r–163v | ›Tundalus‹, Fassung D |
Papier, 166 Blätter, 210 × 135 mm, Bastarda vermutlich von zwei Händen (
rheinfränkisch.
25 Rubriken, die wie typische Malanweisungen formuliert sind, am Beginn aller Kapitel der ›Ritterschaft‹, jedoch keine Leerräume für Bilder: 98v, 100r, 103v, 106v, 108v, 109v, 110r, 113r, 119r, 120v, 122r, 123r, 124v, 125v, 127r, 128r, 129r, 129v, 130r, 130v, 130v/131r, 131v, 132r, 133r, 134r.
Alle Rubriken geben Anweisungen zur Darstellung der Gegenstände, die im jeweils nachfolgenden Kapitel allegorisiert werden. Lediglich der Wortlaut der Rubrik zum ersten Kapitel (Wie der ritter sol siczen uff dem rosse, 96v) ist ohne Bezugnahme auf ein geplantes Bild formuliert. Die Dresdner Handschrift Mscr.Dresd.M.209, die den Text ebenfalls überliefert, hat dagegen einfache Rubriken, die nur kurz den zentralen Gegenstand des folgenden Kapitels benennen, nicht aber die Art seiner Darstellung (etwa: Vom hulcze zum sattel, 5v). Im Unterschied zum Druck (44.11.a.), dessen Holzschnitte die Objekte herausgelöst präsentieren, sollten sie in der Handschrift meist entweder an der Figur des Ritters oder in szenischem Zusammenhang dargestellt werden. So heißt es etwa zum dritten Kapitel, in dem es um die Zusammensetzung des Sattels aus drei Materialien geht (100r): Hie sal siczen einer der den sattel macht vnd sal bii eme han ledder hulcze vnd lyme. Zu den Armschützern (128r): Hie sal der ritter siczen uff sinem pherdt in sinem vorgemelten gezuge vnd an han dar vbir zwen fiere armgewande.