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26A.1.1. Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, 2º Cod H 9

Bearbeitet von Norbert H. Ott

KdiH-Band 3

Datierung:

Mitte des 16. Jahrhundert (nach 1538 und 1569).

Lokalisierung:

Augsburg.

Besitzgeschichte:

Im vorderen Innendeckel Wappenexlibris des Ludwig Bartholomäus von Herttenstein, Kupferstich von Jacob Andreas Fridrich; 2r Besitzeintrag Herttensteins (Viro / Generis nobilitate / Eruditionis praestantia / munerum amplissimorum / claritate / meritorum Splendore / illustri / LVDOVICO BARTHOLOMAEO / De HERTENSTEIN [...]); 2v Kupferstich-Exlibris von Halder, Wappen mit handschriftlichem Eintrag v. Halder; 1r von Haldersche Signatur: von Halder / N. 559.

Inhalt:
1. 3r–195r Augsburger Stadtrecht
Statbuoch Darinnen zuuernem was es für ain Gebrauch vnd Ordnung In der so weitberuembten Reichsstat Augspurg gehabt hat wie man zalt von der gebürt Christi 1276 Jar. Welches in der Durchleüchtigist Hochgeboren Fürst vnd Herr Ruodolphus Römischer Kaiser etc. mitsambt dem Bischoff Hartman vnd seiner Chorherren Bestettiget vnd Confirmirt haben [...] 4r–25r Register (jeweils nur recto)
2. 208r–299r Augsburger Chronik (Annalistische Notizen von Kaiser Octavian bis 1566)
Verzaichnus Alter Historien so aus ainer geschribnen Augspurgischen Cronica gezogen die Ich zuvor in meiner Cronica nit gehabt
3. 302r–310v Küchlin, ›Augsburger Reimchronik‹
302r Titel (Ain Schenner Spruch von der Statt Augspurg wie sie iren namen bekomen hat), 303r Überschrift (Vonn dem herkumen der kaiserlichen Stat Augspurg) und Textbeginn
6. 311v–349r Sigismund Meisterlin, ›Augsburger Chronik‹, deutsch
Hernach volgt ettliche alten Geschichten Anno 1569 aus eynem Altenn geschriben Buech abgeschriben Hab In Augspurg
I. Kodikologische Beschreibung:

Papier, 350 Blätter (26r–195r mit alter Foliierung 1r–174r; 1v, 3v, 25v, 195v–207v, 222rv, 300r–301v, 349v–350v leer), 300 × 200 mm, Kurrentschrift, zwei Hände (I: 3r–310v; II: 311v–349r), einspaltig, 23–24 Zeilen (Hand I), 42 Zeilen (Hand II), keine Rubrizierung.

Schreibsprache:

ostschwäbisch.

II. Bildausstattung:

Drei Deckfarbenminiaturen (302v, 310v, 311r) zu Text 3, eine Hand; 58 Wappen Augsburger Geschlechter zu Text 2 (219r–221v).

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Die drei Illustrationen sind seitengleiche, akribisch genaue, nur in wenigen Details, vor allem im Landschaftshintergrund leicht variierte Kopien aus der Stuttgarter Meisterlin-Handschrift HB V 52 (Nr. 26A.2.9): 302v (Pompeius und Marius besiegen die vereinigten Gallier und Schwaben, Tod der deutschen Frauen, ganzseitig) entspricht Stuttgart 26v; 310v (Anbetung der Göttin Cisa, quadratisch, darüber die sieben Schlußverse von Küchlins Text) entspricht Stuttgart 21r; 311r (Die Schwaben erbauen Augsburg, hochrechteckig) entspricht Stuttgart 14v, wohl nachträglich in die Leerräume vor dem Textbeginn und nach dem Schluß der Chronik Küchlins eingefügt. In den von anderer als der Texthand stammenden Bildbeischriften Hinweise auf die Kopie aus einer Handschrift: Wie die Gallj ri vnnd Schwaben mit Irem Herrn Brenno wider die Römer stritten vnd von Pompeio vnd Mario vnd vom Todt der Teuschen [!]frawen, aus eim alten Buech abgemacht wörden (302v); Wie die zu vindelica das ist zu Augspurg die Abgöttin Citza angeböttet (310v); Wie die Schwabenn die Statt vindelica das ist Augspurg Anfenckhlich Gebawen vnd wie sie zuuor gewhöntt vnd von der Statt Gelegenhaitt, aus einem alten Buech abgemacht wördenn (311r).

Weiche Farbübergänge, Modellierung häufig durch feine parallele Pinsellinien in dunkleren Farbtönen, Landschaftshintergründe durchsichtig-aquarellierend angelegt. Durch den deckenden Farbauftrag in hellen, zarten Tönen wirken die drei Kopien glatter und etwas steifer als ihre Vorbilder in der Stuttgarter Mülich-Handschrift, durch die Ausmischung mit Deckweiß in der Farbgebung matter und kreidiger als die eher kräftig kolorierten Stuttgarter Federzeichnungen.

Farben:

Zahlreiche Rot- und Rosatöne (Zinnober, Karmin, Lachsrot, helles Purpurrosa, gebrochenes Ziegelrot), Hell- und Dunkelocker, Rotbraun, stumpfes Graubraun, Hellgrau, helles Kobaltblau, gelbliches Grün, Blaugrün, Deckweis, z. T. mit brauner Feder gehöht.

Literatur:

Literatur in Bayerisch Schwaben (1979) S. 42 u. Abb. S. 43 (310v); Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (1987) S. 19; Gier/Janota (1991) S. 192–193, Abb. S. 192 (310v).

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 73: 311r. Die Schwaben erbauen Augsburg; im Vordergrund Höhlenwohnungen.

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Abb. 73.