106.8.3. Tallinn, Tallinna Linnaarhiiv (Stadtarchiv), 230, 1, Cm 6
Bearbeitet von Gunhild Roth und Dagmar Hüpper
KdiH-Band 10
1282 (2r).
Lübeck.
Angefertigt in der Lübecker Kanzlei für die vermutlichen Auftraggeber Margarethe Sambiria, Königin von Dänemark (um 1230–1282), und ihren Sohn König Erik V. Klipping (um 1249–1286). Nachgewiesen beim Revaler Rat der Stadt; 1883 ins Stadtarchiv überführt.
| 2ra–27rb |
›Lübisches Recht‹
für Reval, mit kurzer lateinischer Vorrede 2r–v
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Pergament, 29 Blätter, 248 × 176 mm, Textura, eine Hand, zweispaltig, 29–30 Zeilen, zwei- bis siebenzeilige rote und blaue Initialen mit geometrischen Mustern als Füllung und grafisch-ornamentalen Ausläufern am Rand, Rubrizierung.
nordniederdeutsch und lateinisch.
Eine kolorierte Federzeichnung (1v). – Verfassungsrecht.
Die schriftspiegelbreite Miniatur ist ca. 16 Zeilen hoch und befindet sich auf der oberen Blatthälfte dem Textbeginn gegenüber. Sie ist zweigeteilt, auf (ehemals?) Goldgrund.
Auf einem lehnenlosen Steinthron sitzen jeweils auf einem Kissen in ähnlicher Haltung eine Frau und ein Mann, sie tragen eine Krone, beide haben die rechte Hand erhoben (Schwur- oder Zeigegestus). Die Herrscherin in hellem Untergewand mit blauem Mantel hält in ihrer linken Hand einen weißen Stab. Der Herrscher (blaues Untergewand und heller Mantel) hat die Beine übereinandergeschlagen (Richterpose). – Ob Margarete Sambiria und ihr Sohn Erik V. Klipping als die Auftraggeber der Handschrift dargestellt sind, ist umstritten (
Blau, Hellbraun, Rosa, Gelb, ehemals wohl auch Gold.
Abb. 202: 1v–2r. Herrscherpaar (Widmungsbild?).