KdiH

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26A.6.1. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, HB V 95

Bearbeitet von Ulrike Bodemann

KdiH-Band 3

Datierung:

Mitte 14. Jahrhundert.

Lokalisierung:

Ostpreußen.

Besitzgeschichte:

Seit dem 17. Jahrhundert in der Bibliothek der Deutschordenskommende Mergentheim. Vgl. alte Bibliothekssignatur 62 D mscpt und Eintrag im vorderen Spiegel: Dieses Buch habe ahn her Johan Stephan Khayl (Keul [1642–1720], Mergentheimer Deutschordensarchivar) verkhaufft. Hanns Caspar Maienhofen (Maierhofer 1697 als Kanzlist nachgewiesen). Im Vorderdeckel ein Eintrag über die Schlacht von Tannenberg: Anno domini tausend vierhundert vnnd zehen jare an dem dinstag nach margarethe do gescha[...] der streyt zw prewssen do wurden erschlagen sechßhundert deu[...] herren vnnd zwölfftausend edel vnnd vnedel cristen laute vnnd mi[...]n wurden erschlagen auff der vnglaubigen seytten achttzehen tausend.

Inhalt:
2ra–188vb Nikolaus von Jeroschin, ›Deutschordenschronik‹

Handschrift S (Bartels/Wolf [1998]); unvollständig: Prologverse 1–144 fehlen.

I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, 190 Blätter (1 und 189–190 leer, vor 2 fehlt ein Blatt), 320 × 235 mm, zweispaltig, 38 Zeilen, Textura, ein Schreiber (2r am Rand Notiz des 17. Jahrhunderts über die Autorschaft der Chronik, diese wie die lateinischen Kapitelüberschriften nach Peter von Dusburg wohl in Mergentheim nachgetragen), abgesetzte Verse mit freistehenden Anfangsbuchstaben, der erste Buchstabe jeder Spalte als große Kadelle, Kapitelanfänge mit Initialen über drei Zeilen, abwechselnd rot und blau, mit sehr feinem Fleuronnée.

Schreibsprache:

ostmitteldeutsch.

II. Bildausstattung:

Erhalten sind zwei von drei Deckfarbeninitialen: 3rb und 11ra. Das fast vollständig verlorene Blatt vor 2 trug ebenfalls eine Deckfarbeninitiale.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung, Bildthemen:

Deckfarbeninitialen mit Ranken zeichnen den Beginn des Prologs (vor Blatt 2) und des ersten Teils der Chronik aus (3ra), Teil 2 der Chronik (11ra) hat eine einfachere Deckfarbeninitiale ohne Ranken. Die verlorene Initiale vor Blatt 2 und die Initiale 3rb in aufwendiger Deckfarbenmalerei mit Blattgold, sehr sorgfältig ausgeführt. Von der Prologinitiale sind lediglich Teile des Blattrankenausläufers am Binnen- und Fußsteg auf dem Reststück des Blattes noch vorhanden. Auf Blatt 3r steht der Buchstabe I außerhalb der rechten Textkolumne; der Buchstabenkörper ist aus einem vogelähnlichen Phantasietier gebildet, er geht über in eine streng durchgeformte Blattrankenleiste mit Blüten im Intercolumnium; diese setzt sich in schmaler und lockerer werdenden Verzweigungen am Kopf- und Fußsteg fort, so daß sie die äußere Textspalte an drei Seiten umschließt. Von den Verzweigungen geht vor allem den oberen und unteren Blattrand füllendes Fleuronnée aus, das in viele grazile Spiralenden mündet. Umrahmt sind die Anfangsverse (331–368), in denen von der Gründung des Ordens im Jahre 1190 berichtet wird. 11ra zu Beginn des zweiten Teils der Chronik nochmals eine mehrfarbige Initiale über vier Zeilen, jedoch ohne Tier- und Pflanzenornamentik und ohne Randleiste.

Farben:

Blau, Gelb, Orange, Grün, Blattgold.

Literatur:

Irtenkauf/Krekler (1975) S. 97. – 800 Jahre Deutscher Orden (1990) S. 97f., Nr. II.7.3. mit Abb. (3r); Bartels/Wolf (1998) S. 305.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 99: 3r. Zoomorphe I-Initiale mit Blattrankenleiste.

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Abb. 99.