KdiH

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104.3.3. Rein, Stiftsbibliothek, Cod. 204

Bearbeitet von Wolfgang Augustyn

KdiH-Band 10

Datierung:

1372/1373.

Lokalisierung:

Wien.

Ausführliche Beschreibung der Handschrift siehe Nr. 65.2.4.

Inhalt:
1. 1v–13v
Sog. Kalender Wurmprechts
siehe Nr. 65.2.4.
2. 14r–224r Österreichischer Bibelübersetzer, ›Psalmenkommentar‹ mit Auslegung des Nikolaus von Lyra
mit Vorrede A (Propheta magnus surrexit in nobis …: Ratcliffe [1965] S. 48)
3. 224v Rezepte für Wein, deutsch
I. Kodikologische Beschreibung:

Pergament, II + 224 + I Blätter, 300 × 225 mm, Textualis, ein Schreiber: Johann von Hof aus dem Vogtland für einen Bürger Ludwig in Eger (224r), einspaltig, 41–43 Zeilen, rote und blaue Lombarden, rubriziert; Text 2 mit umfangreichen, kommentierenden roten Überschriften und marginal lateinischen Psalmversen.

Schreibsprache:

mittelbairisch.

II. Bildausstattung:

Text 2: Eine Deckfarbenminiatur und zehn Initialen, davon acht historisiert, zwei ornamental.

Format und Anordnung, Bildaufbau und -ausführung:

Von der am Textbeginn (14r) stehenden Miniatur geht eine Bordüre mit Rankendekor aus, die den Schriftspiegel links und oben, teilweise auch unten und am rechten Rand, rahmt. Die Initialen, meist vor Goldgrund (191v S zu Ps 118, 217r G zu Ps 143), stammen von einem routinierten Buchmaler.

Bildthemen:

siehe auch 104. Einleitung. Die Miniatur (14r) zeigt Nikolaus von Lyra als Lehrer am Katheder mit aufgeschlagenem Buch, vor ihm sitzen drei Studenten, die in ein Buch schreiben. Die Initialen zu den lateinischen Anfangsversen der Psalmen (Ausnahmen: 191v und 218r zu den deutschen Anfängen) heben die Achtteilung des Psalters hervor und entsprechen in den Themen der in den lateinischen Handschriften seit dem 12. Jahrhundert belegten Tradition der Psalterillustration, die sich teils nach wörtlicher Auslegung, teils allegorisch auf den Text des jeweiligen Psalms bezieht: 14r B zu Ps 1 (David mit Harfe), 54v D zu Ps 26 (Christus berührt die Augen des vor ihm Knienden), 77v D zu Ps 38 (Mann zeigt auf seinen Mund), 101v D zu Ps 52 (der im Psalm genannte Tor als Kleriker mit Tonsur zeigt auf seinen Kopf), 122r S zu Ps 68 (ein in den Wellen Untergehender betet zu Gott im Himmel um Rettung), 146r E zu Ps 80 (ein tanzender Mann mit zwei Handglocken), 166v C zu Ps 97 (mehrere Sänger vor einem Pult mit aufgeschlagenem Buch vor dem Altar), 182v D zu Ps 109 (Gottvater und Christus nebeneinander auf einem Thron).

Farben:

Blau, Rot, Grau, Rosa, Violett, Gold.

Literatur:

Menhardt 3 (1961) S. 1407; Steinmetz (1999–2001); MeSch II (2002) Textbd. S. XVIII, S. 74f., 188, 308. – Vollmer (1932) S. 17–96; Ratcliffe (1960/61) S. 430, Nr. 25; Ratcliffe (1965) S. 48; Schöndorf (1967) S. 78, Nr. 1; Mairold (1988) Teil 1, S. 116f., Nr. 192, Teil 2, S. 66; Andraschek-Holzer (1994) S. 200–205; Hayer (2005) S. 198–200.

Weitere Materialien im Internet:

Handschriftencensus

Abb. 76: 14r. Nikolaus von Lyra; B-Initiale: König David.

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Abb. 76.